“Wissen Trade-in”?

Bin ganz fasziniert von einer offenbar neuen Geschäftsidee von Amazon: Vor 4 Wochen habe ich dort ein Buch gekauft. Heute bekomme ich eine Mail von Amazon mit dem Angebot dieses Buch gegen einen Gutschein einzutauschen. Porto übernimmt Amazon. “Bücher Trade in” ist noch in der Test-Phase und soll demnächst ausgeweitet werden
Das Geschäftsmodell scheint interessant: Amazon weiß ja von ihren Kunden was die bestellt haben. Wenn dann nach einer genügend langen Zeit das Angebot zum einfachen Rückkauf kommt, werden viele sicher einwilligen. Das könnte Ebay gehörig Konkurrenz machen. Hier verkauft Amazon dann die gebrauchten Waren, ohne dass man weiteren Aufwand hat.

Können wir so ein Modell nicht auch auf das Wissensmanagement übertragen?

Jeder, der Anderen etwas beigebracht hat, könnte nach einer gewissen Zeit nachfragen, ob derjenige das jetzt auch anwendet und beherrscht. Dann könnte diese Person ja als Wissensgeber für das Thema sichtbar – und für Andere „buchbar“ gemacht werden. Auf diese Weise entsteht dann im Lauf der Zeit ein „Markt“, auf dem sich Wissenssuchende den aus ihrer Sicht besten Wissensvermittler aussuchen können.

Die Gegenargumente höre ich auch schon: Wer stellt eigentlich die Qualität sicher, wenn jeder der etwas erklärt bekam, dann selber Erklärer sein soll? Ich würde dann antworten: Wissen wir das denn bei denen wirklich, die ein Zertifikat dafür bekommen haben? Ist ein Lehrer ein guter Lehrer, nur weil er das 2. Staatsexamen bestanden hat? Und kennt nicht jeder von uns viele hervorragend erklärende Kolleginnen und Kollegen, die sich ihr Wissen auch nur über Zuhören und Tun angeeignet haben?

Und wenn es nach diesem Modell dann einen „Markt der Wissenden“ gibt, unter denen man wählen kann, dann entwickelt das ganz sicher auch Qualität – sofern das in die Kultur der Organisation passt. (Aber das ist ein weiteres Thema.)

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2 Antworten zu “Wissen Trade-in”?

  1. Das sieht nach einem guten (Geschäfts)modell aus. So könnten auch viele wertvolle Beiträge, die im Netz unbeachtet liegen auf ihre Anwendbarkeit hinterfragt und angewandt werden. Ich denke dabei auch an Kurzinterventionen, die oftmals AHA-Effekte bei Personen auslösen. Feedback ist immer (für mich) ein Gewinn.

  2. Steffen Henkel schreibt:

    Hallo Herr Pape,

    eine tolle Idee. Und in Organisationen ließe sich das sogar recht leicht und schnell umsetzen. Lernende werden zu Lehrenden, es entstehen Experten – und diese werden sich dessen auch bewusst. Ich denke, die Menschen würden reiche Erfahrungen machen, positives Feedback bekommen und die Atmosphäre in einer solchen Organisation muss ausgezeichnet sein.

    Viele Grüße

    Steffen Henkel

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