Kreativität: Bauen Sie Systeme die stören – Video mit Peter Kruse

Das Video ist sicher gar nicht neu, hat mich aber sehr angesprochen, weil Prof. Kruse bei Kreativität als einzig mögliche Beeinflussung das Setzen von Rahmenbedingungen sieht. Und kreatives Handeln ist doch eigentlich nichts anderes als das Ergebnis von Lernen. Vielleicht kann man sagen, auch Lernen ist nur über Rahmenbedingungen zu ermöglichen – ohne dass man das Ergebnis wirklich steuern kann?

Hier ein paar Zitate aus dem Interview:

„Bitte unterscheiden Sie bei allem was Sie tun zwischen indirekten Variablen und direkten Variablen. Kultur ist eine indirekte Variable. Kultur kann ich nicht erzeugen. ich kann nur Rahmenbedingungen erzeugen, in dem bestimmte Muster emergieren. Wenn Sie Kreativität erzeugen wollen, müssen Sie sich fragen, was sind systemische Rahmenbedingungen, in denen Kreativität erscheint. Sie können nicht Kreativität machen.
Wenn Sie über Kreativität reden, reden sie über indirekte Möglichkeitsräume, und nicht über das Erzeugen.

Systeme mit internen Spannungsverhältnissen erzeugen instabile Phasen. Und Systeme mit instabilen Phasen erzeugen die Möglichkeit zum Übergang zum neuen Muster – und das nennen wir Kreativität. Also erhöhen sie die Spannung im System, schaffen Sie Unterschiedlichkeit, dann schaffen Sie die Möglichkeit zum Prozessmusterwechsel. Machen Sie keine Einheitlichkeit. Harmonische Systeme sind dumme Systeme.
In der Natur entsteht Ordnungsmuster immer aus Widerspruch, nicht aus Harmonie.

Schaffen Sie Netzwerke. In dem Moment, wo sie Netzwerke bauen, schaffen Sie eine Situation, wo die nichtlinearen Rückkopplungseffekte immer wieder für das Auflösen von stabilen Zuständen sorgen. D.h. Rückkopplungsmechanismen und Diversity sind extrem positiv für Kreativität.

Bauen Sie Systeme, die stören, weil Systeme die nicht stören, sind immer stabilitätsorientierte Systeme. Sorgen Sie dafür, dass die Komplexität und Dynamik in Ihrem System mindestens so groß ist, wie die Komplexität und Dynamik am Markt. Folgen Sie Ashbys Law: Wo immer wir ein komplexes Problemsystem haben, brauchen wir ein mindestens so komplexes Lösungssystem. Das heißt, wenn wir keine gegengleiche Komplexität haben, sind wir nicht lösungsfähig. Das Gehirn macht uns das vor. Wir haben ein komplexes System, das uns in die Lage versetzt in komplexen Situationen zu überleben. D.h. nur weil unser Gehirn unkalkulierbare Dynamiken erzeugt, nur deshalb können wir mit unkalkulierbaren Dynamiken einigermaßen umgehen. Das Gehirn ist eine große Erfindung der Natur für den Umgang mit Unvorhersagbarkeit.“

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