Wir schulen nicht, wir lassen entdecken – opco11

2 Wochen läuft der OpenCourse “Zukunft des Lernens”  nun schon. In Ihrem  Impulsvortrag  letzte Woche hat mich Ellen Trude (Bayer Business Services) mit Sätzen beeindruckt, wie „Wir schulen nicht, wir lassen entdecken“ oder „Hört auf über Tools zu sprechen, sucht ein passendes Lernformat“.

„Wir schulen nicht, wir lassen entdecken“ ist nicht nur eine faszinierende Vision für gestaltete Lernanregungen, das beschreibt auch diesen OpenCourse ganz gut. Nur eine Stunde Vortragszeit jede Woche – und wie ich hörte lassen sich knapp 800 Teilnehmer damit anregen, über die Zukunft von Lernen nachzudenken. Ein zwar kleinerer Teil äußert sich dazu auch im Netz, kommentiert bei Anderen, schreibt gemeinsam in Etherpad’s, erstellt Audio-Beiträge, twittert kräftig, und bildet neue Netzwerke zum Thema. Die immer Freitags von Jochen Robes erstellte Zusammenfassung aller Fundstücke der Woche ist schon so lang, dass wohl kaum einer alles lesen wird.

Diese aus meiner Wahrnehmung wachsende Auseinandersetzung mit und zwischen immer mehr aktiven Teilnehmern zeigt sehr anschaulich, welche Antriebskräfte in sozialen Netzen stecken. Selbstorganisiert – ohne irgendeine Anleitung – zeigen sich schon in der zweiten Woche so viele Aktivitäten, die auf ganz unterschiedliche Weise von Lernen zeugen. Keine gesetzten Lernziele, keine didaktische Aufbereitung, keine Stoff-Vermittlung, keine Wiederholungen und auch keine Prüfung, die zum Durchhalten zwingt. Und trotzdem findet Lernen statt? Mit wachsendem Engagement? In selbst gebildeten Communities mit Menschen, die sich teilweise noch nie begegnet sind? Die können das einfach so – und brauchen gar keinen Lehrer, Trainer oder Leiter? Und dafür ausgebildet wurden sie auch nicht?

Das trifft irgendwie unser Selbstbild als Trainings-Profis. Da geben wir uns jahrelang große Mühe in der möglichst präzisen Ausgestaltung von Lernsituationen. Aber solch eine Dynamik bei den Lernern erlebten wir selten. Eher ist es richtig anstrengend und mühselig, die Teilnehmer bis zum Ende ihres Lernprozesses zu führen. Und dann opco11! Ohne didaktische Aufbereitung und ohne Trainer scheint das Lernen den Teilnehmern sogar Spaß zu machen. Freiwillig engagieren und vernetzen sie sich immer mehr. Und das, obwohl sie nicht einmal ein Zertifikat am Ende bekommen. Machen die das auch noch nur für sich?

Ich fürchte ja. Und irgendwie wirken alle opco-Beiträge eher „unangestrengt“, man spürt beim Lesen oder Hören eher ein wenig freudigen Eifer der Ersteller. Offensichtlich ist Lernen auch gar nicht anstrengend und unangenehm – ohne Trainer oder  Lehrer und ohne didaktische Aufbereitung. Machen wir da bisher etwa was falsch bei unseren „Schulungen“?

Unter anderem mit dieser Frage werden am Mittwoch 25 Chefs von betrieblichen Trainingsorganisationen, alle in der Community of Training Practice bei HESSENMETALL, bei Ihrem Treffen bei VW Coaching in Baunatal dem 3. Vortrag folgen. Vielleicht hat der OpenCourse danach ja über 800 Teilnehmer?

P.S. Beim CorporateLearningCamp am 9./10. Sept 2011 wird das ganz sicher auch zum Thema werden: http://colearncamp.hessenmetall.de/

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