„Gesundheit von Communities“ #CCB11

Das CommunityCamp 2011 in Berlin ging heute zu Ende. Ich werde mich bemühen einige Sessions zu dokumentieren. Hier die erste:

Bert Schulzki von Motor-Talk.de stellte eine Studie vor, die herausfinden sollte, woran man erkennen kann, das eine Community „kränkelt“, und wo eine Unterstützung hilfreich sein könne, um sie „lebendig“ zu erhalten. Verständlich bei fast 2 Millionen Mitgliedern und 10.000 neuen Fachbeiträgen täglich von mehr als 500 Micro-Communities. Dahinter steht die Erfahrung mit Lebenszyklen von Communities. Zwischen Entstehen und Auflösung von Communities gibt es verschiedene Phasen, die Moderatoren erkennen können sollten.

Moderatoren arbeiten ausschließlich ehrenamtlich für Motor-Talk! Sie haben die volle Entscheidungsvollmacht für Ihre Communities – nur das  Löschen von Teilnehmern bleibt den angestellten Community-Managern vorbehalten. Und jede Entscheidung der Moderatoren wird voll und ganz von Motor-Talk akzeptiert. Um diesen ehrenamtlichen Mitarbeitern, die jeweils viele Micro-Communities „pflegen“, soll die Arbeit so leicht wie möglich gemacht werden. Schon bisher werden viele Kennzahlen gebildet, wie z.B.

  • Anzahl der Alarme (auffällige Beiträge, Gesetzesverstöße, ..)
  • Anzahl und Dauer der unbeantworteten Fragen
  • Anzahl Aktiver Themen
  • Anzahl vergebener Dankeschöns
  • Anzahl der Beiträge unterschiedlicher Nutzer
  • Anzahl der internen Verlinkungen auf andere Beiträge
  • Anteil verschiedener Personas (Kaufinteressenten, Markenfans, Reparierer, …)

Welche Aussagen für die „Community-Gesundheit“ hinter solchen Kennzahlen stecken, ist gar nicht klar. Sind viele Dankeschöns ein Zeichen für eine lebendige Community? Oder die Zahl der Alarme?

Die Ergebnisse der Studie sind fast alle überraschend:

  • Anzahl der abonnierten vs. der aktiven Themen:
    In gesunden Communities wird weniger abonniert als in ungesunden
  • Anteil der neuen Themen ohne Antwort:
    Große Anzahl bei gesunden Communities!
  • Anzahl der Dankeschöns :
    Wenig Dankeschöns bei gesunden Communities!
  • Anteil der neuen Themen in den Beiträgen:
    Viele neue bei gesunden Communities.

Warum ist das so? Kann das mit dem Lebenszyklus von Communities zusammenhängen? Die Motor-Talk-Erfahrung zeigt: Bei alten Communities entsteht ein hierarchisches Gesellschaftssystem, das von einigen „Alten“ dominiert wird. Das lässt Neuen wenig Raum für Entfaltung. Man abonniert um zu sehen was Andere machen, ohne sich selbst noch viel einzubringen. In solch „alten“ Community-Systemen wächst der Wert der guten Beziehungen über den der fachlichen Beiträge. Man kennt sich und findet sich gut, egal was jeder schreibt. Deshalb die vielen Dankeschöns.

Manchmal hilft das Herausnehmen der ganzen alten Veteranen-Garde. Dann trauen sich die neuen wieder.  Leider gibt es so etwas wie ein „Outplacement für Community-Veteranen“ noch nicht. Dennoch gibt es bei Motor-Talk Möglichkeiten, so etwas einigermaßen elegant zu realisieren.

Hochspannend der Beitrag von Bert Schulzki. Auch das enorme Vertrauen zu den ehrenamtlichen „Mitarbeitern“ ist beeindruckend. Schließlich bestimmen die ganz wesentlich die Geschäftsgrundlage, und sind nach herkömmlicher Denkweise ja nicht steuerbar. Motor-Talk.de gehört aber zu den wirklich großen Communities in Europa – der beste Beweis für das Funktionieren dieses Systems.

Hier die ausführliche Fassung mit Bildern von Bert Schulzki selbst.
Danke für die Session!

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6 Antworten zu „Gesundheit von Communities“ #CCB11

  1. Pingback: The big Radioeins Community Fail #CCB11 | Training und Wissensmanagement

  2. Pingback: Der perfekte Launch einer Community-Plattform #CCB11 | Training und Wissensmanagement

  3. Susanna schreibt:

    Quelle bzw. Link zur Studie wäre schön🙂 Danke!

  4. Pingback: jaegerWMs tweets vom 02.11.2011 | jaegerWM

  5. Pingback: Gestalten von (Lern-)Communities | Corporate Learning – Training und Wissensmanagement

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