Content-Vermittlung von Lern-Dienstleistung trennen: 1. Tag EduCamp Bielefeld #ecbi11

Der erste Tag des immerhin schon 8. Educamps http://educamp.mixxt.de/ ist vorbei. Die Dominanz von Schulthemen macht deutlich, dass das EduCamp jetzt zum Fachtreffen für Lehrerinnen und Lehrern geworden ist. Deren inzwischen deutlich gestiegene Zahl ist ermutigend. Da ist es gut, dass sich das CorporateLearningCamp http://colearncamp.hessenmetall.de/  jetzt als regelmäßige Veranstaltung für diese andere Zielgruppe etabliert hat: Das nächste wird im September 2012 in Frankfurt Main stattfinden.

6 Sessions konnte ich heute erleben, eine davon hatte ich selbst angeboten. Die wesentliche Erkenntnis dieses Tages für mich: Wir müssen Stoff-Vermittlung und Lerner-Unterstützung künftig getrennt betrachten!

Bisher haben wir beim Unterrichten immer zwei Aspekte vermengt:

  • Das Übermitteln des Contents zum Lerner
  • Und die fördernde Begleitung des Lerners.

Lerner entdecken nun im Internet immer mehr gut aufbereiteten Content – vielleicht sogar besser dargestellt als es ihr Lehrer / Trainer könnte. Die Notwendigkeit als Lehrer oder Trainer Content zu vermitteln rückt also immer mehr in den Hintergrund. Wenn das Vermitteln wegfällt, bleibt nur noch die Lerner-begleitende Unterstützung – die eigentliche pädagogische Kernaufgabe. Uns fällt es schon schwer, diese Dienstleistung greifbar zu beschreiben, und erst recht das konkret umzusetzen. Egal ob in Schule, Uni oder Training, Lehrende haben eigentlich immer den Schwerpunkt auf die Vermittlung von Inhalten gelegt. Die persönliche Unterstützung der Lernenden war eher intuitiv gesteuertes Handeln, wenn man dafür überhaupt Zeit hat. Bei der Entwicklung von Trainings kann man das gut am weit überwiegenden Aufwandsanteil für die Erstellung der Trainingsdokumentation erkennen. Da werden praktisch zusätzliche Bücher geschrieben, nur als Aufbereitung des Contents.

Nach dieser didaktischen Mammutarbeit fühlen sich Trainer i.d.R. gut für einen neuen Kurs vorbereitet. Dabei hat man sich die ganze Zeit einen durchschnittlichen Teilnehmer aus der vorgesehenen Zielgruppe vorgestellt (den man aber in keinem Seminar je antreffen wird). Mit dem Einteilen und der Vermittlung des Contents in verdaulichen Häppchen, meint  man i.d.R. genügend Lerner-Unterstützung geleistet zu haben.

Was bleibt, wenn das nun nicht mehr nötig ist?

Wie sieht eine Lerner-unterstützende Dienstleistung dann noch aus? Ist die dann überhaupt noch nötig? (Wenn die vorher auch nicht geleistet wurde, haben es die Lernen ja auch ohne geschafft!)

Ratlosigkeit bei vielen Teilnehmern, aber auch die Erkenntnis, dass es dringend nötig ist, diese eigentliche pädagogische Aufgabe der Lern-Begleitung zu definieren, und eine neue Art von Lern-Dienstleistung zu praktizieren.
Ein gutes Ergebnis dieses ersten Tages, wie ich meine.

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