Alles Lernen ist selbstgesteuert – jedes Lernen

Das neue Jahr fing gut an. In meiner Timeline tauchte ein Hinweis auf einen TEDx-Vortrag von Jeffrey Cufaude auf „Life’s a great teacher, are you a great student?“ . Jeffrey Cufaude führt zu Beginn des 10 Minuten-Vortrages folgende Gedanken aus:

„Wenn wir erfolgreiche Studenten im Classroom of Life sein wollen, dann gibt es ein simples Prinzip: All learning is self directed – all learning! Es macht keinen Unterschied, ob Lernen im Sandkasten stattfindet, am Arbeitsplatz oder im Klassenraum. Jedes Lernen ist selbstgesteuert, und erst recht das lebenslange Lernen.“ Das macht er dann schön deutlich mit der Frage „Was denken Sie über lebenslanges Lernen? Eine Antwort wie “Ich hab das vor 4 oder 5 jahren mal probiert, und dabei festgestellt, das ist nichts für mich” würde Niemand geben.

Würde man lebenslanges Lernen designen wollen, dann sieht Jeffrey Cufaude 2 Grundprinzipien: Steigende Diversität und andauerndes Entdecken. Quelle der Grafik .design for lifelong learning Jeffrey Cufaude 130102

„Diversität steigt mit den Menschen mit denen wir zusammentreffen, mittels der Orte zu denen wir gehen, über die Dinge die wir tun, über die  Erfahrungen die wir machen, und den Inhalten, die wir nutzen. Wenn wir diese Diverstität in unser Leben bringen, dann engagieren wir uns mit andauerndem Entdecken. Das bedeutet Offenheit, Neugier, Beginner-Geist.“

Leitfrage für Lerner „Was dachten andere?

Dieses vom eigenen Interesse gesteuerte Lernen bringt er in einem Satz auf den Punkt: „What were they thinking?“ Mit „Was dachten andere?“ erläutert er seine systemisch konstruktivistische Sicht auf das Erschließen der eigenen Wahrheit als ein Interessieren für die „Wahrheit“ die sich Andere gebildet haben. Jede Wahrheit gilt immer nur aus der jeweiligen Perspektive. Da ist es interessant, möglichst verschiedene Perspektiven kennen zu lernen, um das eigene Bild zu ergänzen oder in Frage zu stellen.

Was haben andere gedacht? Ist das nicht die wesentliche Leitfrage für das Lernen in der Wissensgesellschaft? Ob aus Büchern, Vorträgen, Gesprächen, Foren, Blogs und allen sozialen Medien – immer wollen wir wissen, was andere zu einem uns interessierenden Thema denken. Und das wird erst richtig wertvoll, wenn wir das von ganz unterschiedlichen Menschen mit verschiedenen Blickwinkeln erfahren. Was ja nicht heißt, diese Mosaiksteine für das eigene Bild auch alle zu übernehmen. Manche werden da so gar nicht passen. Es erfordert immer eine ganz persönliche Bewertung ob ein neuer Erkenntnis-Baustein das eigene Bild gut ergänzt, gerade nicht passt, oder gar das eigene Bild in Frage stellt.

Lernen kann nicht von außen gesteuert werden

Lernen so verstanden, ist immer individuell, und kann überhaupt nicht von außen gesteuert werden. Selbststeuerung ist hier das einzig funktionierende Prinzip. Für das Zusammensetzen des eigenen Bildes ist die Diversität von Meinungen und Erkenntnissen eine Voraussetzung. Das spricht für die selbstverständliche Nutzung mehrerer Quellen – und schon deshalb gegen nur einen Lehrenden. Soziale Medien bieten diese produktive Meinungs- und Perspektiven-Vielfalt. Wieder ein Vorteil fürs Lernen in Netzwerken.

So verstandenes Lernen setzt aber auch Diversität als erstrebenswertes Ziel voraus. Das bedeutet, dass eben nicht jeder zum gleichen Ergebnis kommen muss. Nicht eine Lösung ist die (prüfbar) einzig richtige. Wo es nicht die eine Wahrheit gibt, darf es auch unterschiedlich konstruierte Sichten geben. Die Beurteilung von erfolgreichem Lernen sollte also eher den Prozess der Auseinandersetzung mit dem Thema beurteilen – was am besten mit einem real erzielten Projekt-Ergebnis gekrönt wird – und nicht als das üblicherweise gleichartige Widergeben von vorgegebenen Inhalten. Gesellschaftliche und wirtschaftliche Entwicklung setzt unterschiedliche Sichten und Erkenntnisse voraus. Bildung und Weiterbildung müssen Diversität „produzieren“ und nicht Gleichartigkeit.

Das 10-Min-Video von Jeffrey Cufaude:

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